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24.09.2018 -

Finanzierung der Kinderspitäler und Kinderkliniken der Schweiz

Finanzierung der Kinderspitäler und Kinderkliniken der Schweiz

In einem Beitrag in der Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF1 vom 18.09.2018 und in einem Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung vom 19.09.2018 entsteht der Eindruck, dass die Finanzierungsschwierigen der unabhängigen Kinderspitäler (AllKids) durch die stationäre Tarifsituation nicht plausibel erklärbar seien. Zudem sei die Problematik für die integrierten Kinderkliniken nicht relevant, u.a. infolge spitalinterner Quersubventionierungen. 

 

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) hält fest, dass alle Kinderkliniken in der Schweiz – ob unabhängig oder integriert – im Wesentlichen die gleichen strukturellen Finanzierungsschwierigkeiten haben. Sie betreffen zu einem kleineren Teil den stationären Bereich. Der wichtigere Defizittreiber ist die Unterdeckung der spitalambulanten Kindermedizin. Der Hauptgrund ist, dass die ressourcen-intensiven Fachgebiete der Pädiatrie (Neuropädiatrie, Kinderkardiologie, Kindernephrologie etc.), in der Schweiz fast nur an den öffentlichen Spitälern angeboten werden, ebenso die ambulante Kinderchirurgie. Beide Bereiche werden in den gültigen Tarifstrukturen ungenügend und zu wenig differenziert abgebildet. Die resultierende Gesamtunterdeckung ist nicht nur für die unabhängigen Kinderspitäler relevant, sondern auch für die integrierten Kinderkliniken. Sie sind spitalinternen Sanktionen ausgesetzt, weil sie unterfinanziert sind. Der primäre Ansatzpunkt für eine Verbesserung muss die ressourcengerechte Kostendeckung des spitalambulanten Bereichs sein.