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17.10.2017 -

Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz ist ein ernstzunehmendes Problem. Zu Recht fordert die WHO da eine erhöhte Aufmerksamkeit. Der Bundesrat und verschiedene Bundesämter haben dies im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) aufgegriffen und organisieren dazu im November eine „Awareness“ Woche.

 

Was können wir Kinderärztinnen und Kinderärzte dazu beitragen? Zum Beispiel die Indikation für den Einsatz von Antibiotika bewusst kritisch stellen, die Therapie ganz gezielt einsetzen und insbesondere verbunden mit der Aufklärung, dass Antibiotika nicht bei jeder Otitis oder Pharyngitis nötig sind. Viele Kinderärztinnen und Kinderärzte praktizieren das so. In der Schweiz stehen wir mit den gemeinsamen Empfehlungen (www.pigs.ch) und der Umsetzung vergleichsweise gut da.

 

Die Awareness Woche mag hinterfragen, wo es Optimierungspotential gibt. Sie mag auch eine gute Gelegenheit sein, sich im Alltag besonders Zeit zu nehmen, den Patienten bzw. den Eltern (noch einmal) zu erklären, was Antibiotika sind, wie wir sie einsetzen, was dabei wichtig ist (Einhalten der verordneten Dosis und Dauer, unerwünschte Wirkungen). Dann aber sicher auch wann wir Antibiotika nicht oder nicht primär einsetzen und warum, weil sie z.B. bei den so häufigen vorwiegend viralen oder selbstlimitierenden bakteriellen Infektionen der oberen und unteren Luftwege nicht nötig und hilfreich sind.

 

Die Awareness Woche gibt darüber hinaus eben Anlass, die Gefahren d.h. die zunehmende Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zu nennen, wenn Antibiotika bei Mensch (wie auch Tier und Umwelt) weiterhin so verbreitet und übermässig eingesetzt werden. Ziel unseres Handels ist es durch gezielten Einsatz Antibiotika als effiziente Medikamente zu erhalten. Die Awareness Woche des Bundes mag dazu beitragen, Ärzteschaft und Bevölkerung in diesem Sinne zu sensibilisieren.

 

 

Christoph Berger, Delegierter der SGP in StAR

 

Zu dem Artikel von Primary and Hospital Care